Bundespolizei Dresden verhaftet durch Skepsis und Umsichtigkeit eines Zeugen den Täter

Wertvoller Kontrabassbogen unterschlagen

Am 07.01.2017 meldete sich ein Instrumentenbauer bei der Bundespolizei am Hauptbahnhof und beanzeigte den Verlust eines Kontrabassbogens im Wert von ca. 4.600,- EUR.

Der Instrumentenbauer hatte die wertvolle Fracht versehentlich in der S-Bahn von Dresden nach Meißen liegengelassen. Als er den Verlust bemerkte, fuhr er mit seinem PKW der betreffenden S-Bahn hinterher, konnte jedoch nach dem Erreichen des Zuges den Instrumentenkoffer nicht mehr auffinden.

Am nächsten Tag meldete sich ein 24-Jähriger in dem Dresdner Musikhaus "ZOUNDHOUSE" und bot einen wertvollen Kontrabassbogen zur Wertermittlung und anschließendem Kommissionsverkauf an. Der Anbieter ließ zum Zwecke des Weiterverkaufs an einen vermeintlichen Kaufinteressenten seine Personalien zurück.

Der Fachverkäufer überprüfte die Ware und fand im Instrumentenkoffer schließlich eine Rechnung, ausgestellt auf den geschädigten Instrumentenbauer und zweifelte an der Rechtmäßigkeit des Weiterverkaufs. Er nahm telefonisch mit dem Geschädigten Kontakt auf und schilderte diesem die Gesamtumstände. Der Instrumentenbauer konnte die Zweifel des Verkäufers schnell bestätigen und mit der Kopie der Auftragsbestätigung auch den Verlust des Bogens nachweisen und so diesen wiedererhalten.

Der glückliche Wiederbesitzer informierte unverzüglich die Bundespolizei Dresden zu dieser Entwicklung und übermittelte auch die Personalien des "Anbieters". Durch die Beamten wurde nunmehr festgestellt, dass der mutmaßliche Täter der Fundunterschlagung durch das Amtsgericht Meißen, wegen unentschuldigten Fernbleibens an einer Verhandlung wegen Erschleichens von Leistungen, mittels eines Vorführhaftbefehls gesucht wurde.

In Absprache mit dem "ZOUNDHOUSE" stimmte man die gemeinsame Vorgehensweise ab.

Am gestrigen Tage betrat der ahnungslose Täter erneut das Fachgeschäft und wollte sich seinen "Verkaufspreis" abholen ... doch stattdessen klickten nun die Handschellen.

Zu seiner Verteidigung gab er als wenig überzeugendes Argument an, er habe nur den Wert des Instrumentenbogens schätzen lassen wollen, um ihn anschließend dem Fundbüro zu übergeben!

Der deutsche Staatsangehörige wurde heute dem zuständigen Richter am Amtsgericht Meißen vorgeführt, wo es eine weitere interessante Entwicklung gab.

Neben der Bestätigung, dass der mittellose 24-Jährige bis zur neu anzuberaumenden Hauptverhandlung wegen Erschleichens von Leistung in Haft geht, wurde ferner bekannt, dass gegen den Deutschen ein aktueller örtlicher Vollstreckungshaftbefehl wegen weiterer Eigentumsdelikte besteht. Zu vollstrecken waren hier 90 Tage Ersatzfreiheitsstrafe oder 900,- Euro Geldstrafe. Außerdem wurde eine zur Bewährung ausgesetzte Jugendstrafe aufgrund von Auflagenverstößen in Vollzug gesetzt, was weitere 120 Tage Freiheitsstrafe zur Folge hatte.

Der junge Mann wurde nach Abschluss der Verhandlung direkt in die Justizvollzugsanstalt Dresden überführt.

Jörg Scheeser, Polizeidirektor und Leiter der Bundespolizeiinspektion Dresden: "Mein Dank und meine Anerkennung richtet sich an den umsichtigen und ehrlichen Mitarbeiter des Musikhauses im Dresdner Norden, durch dessen kluges Handeln und eine gesunde Portion Skepsis eine Kette in Gang gesetzt wurde, die innerhalb kürzester Zeit zur Verhaftung des Täters führte und darüber hinaus auch ein Strafverfolgung wegen weiterer Delikte möglich machte."
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